Plenarvorträge

Dr. Lisa Kaltenegger
Max-Planck Institut für Astronomie (MPIA), Harvard University
Wann: Donnerstag, 31. Oktober 2013, 16:30 - 17:15
Thema: Super-Earth & Life - Exploring New Worlds

Abstract:
A decade of extrasolar planet (exoplanet) search has led to surprising discoveries, from hot giant planets orbiting their star within a few days, to planets orbiting two Suns, extremely hot worlds with potentially permanent lava on their surfaces due to the star's proximity all the way to the first potential rocky worlds in the Habitable Zone of their stars.
Observation techniques have now reached the sensitivity to explore the chemical composition of the atmospheres as well as physical structure of some detected exoplanets.
Nearly a thousand planets have already been detected around other Suns. The spectral fingerprint of their atmosphere gives us the key to explore their underlying physics over light years away and to find the first habitable new worlds in the sky.

Prof. em. Dr. Persis Drell
Stanford Linear Accelerator Center (SLAC)
Wann: Freitag, 1. November 2013, 9:15 - 10:00
Thema: Illuminating the Atomic World: Science with X-Ray Free Electron Lasers

Abstract:
The Linac Coherent Light Source at SLAC National Accelerator Laboratory is the world's brightest source of hard X-ray laser light. Not only is this light a billion times brighter than any previous hard X-ray source, it also comes in strobe-like pulses just a few tens of femtoseconds long. This combination of high intensity and ultrafast pulses allows us to study processes at atomic time scales and atomic length scales, opening new frontiers in time-resolved physics and chemistry studies. I will introduce the principles of how the LCLS works and present some of the early experimental results, with a view to the new frontier of science that this remarkable tool has opened.

Dr. Anna Frebel
Massachusetts Intitute of Technology (MIT)
Wann: Freitag, 1. November 2013, 10:00 - 10:45
Thema: Stellare Archäologie: Was uns alte Sterne über das frühe Universum verraten

Abstract:
Carl Sagan sagte einst "Wir sind alle Sternstaub". Diese fundamentale Erkenntnis folgt der Erforschung des Ursprungs der chemischen Elemente im Kosmos und ist weiterhin ein zentraler Aspekt der modernen Astronomie und Astrophysik. Die Details der Elemententstehung liefern wichtige Information zur Geburt und Kindheit unserer Galaxie zu einer Zeit als das Universum selbst noch relativ jung war. Für die Erforschung dieser kosmischen Frühzeit suchen und finden wir die ältesten Sterne der Milchstraße und in kleinen Zwerggalaxien.
Die chemische Zusammensetzung eines Sterns gibt Auskunft über den Zeitpunkt ihrer Entstehung: niedrigere Mengen an Elementen wie Magnesium oder Eisen deuten auf eine frühere Bildung hin. Denn das Universum nach dem Urknall bestand nur aus Wasserstoff und Helium und alle weiteren Elemente mussten erst nach und nach in Sternen und Supernovaexplosionen erzeugt werden.
Gleichzeitig liefern die stellaren Elementhäufigkeiten einen Einblick in die chemischen und physikalischen Prozesse die bei der Sterngeburt vor etwa 13 Milliarden Jahren vorgeherrscht haben. So können wir nachvollziehen was die Eigenschaften der allersten, nur sehr kurzlebigen, Sterne und Supernovaexplosionen gewesen sind, und wann, wo und welche Nukleosyntheseprozesse in den verschiedenen Sternen zur Elemententstehung und -anreicherung der frühesten Gaswolken beigetragen haben. Weiterhin beschaffen uns diese alten Sterngreise Details über die Entwicklung der gesamten Milchstraße die aus vielen kleineren (Zwerg-)Galaxien über Milliarden Jahre hinweg aufgebaut wurde.

Jun.-Prof. Dr. Barbara Jäger
Johannes Gutenberg Universität Mainz
Wann: Freitag, 1. November 2013, 14:00 - 14:45
Thema: Präzision und Simulation - moderne Methoden in der Colliderphysik

Abstract:
Im Jahr 2012 hat mit der Entdeckung des Higgs-Bosons am Large Hadron Collider des CERN eine neue Ära der Elementarteilchenphysik begonnen. In den nächsten Jahren sollen Proton-Kollisionen bei bislang unerreichten Energien zeigen, ob das Standardmodell der Elementarteilchen in der Natur realisiert ist oder Erweiterungen notwendig sind, um die Wechselwirkungen aller experimentell nachweisbaren Elementarteilchen beschreiben zu können.
Wesentliche Voraussetzung für die zuverlässige Interpretation der Daten sind präzise Vorhersagen für experimentell zugängliche Observablen im Rahmen des Standardmodells sowie charakteristischer Modelle neuer Physik. In diesem Vortrag soll skizziert werden, welche Herausforderungen die akkurate Berechnung von Streuprozessen an die Theoretikerin stellt. Am Beispiel von Reaktionen mit komplexen Endzuständen werden moderne Methoden vorgestellt, die mithilfe flexibler Monte-Carlo-Techniken präzise Vorhersagen unter Berücksichtigung experimenteller Rahmenbedingungen erlauben.

Dr. Susanne Kreim
CERN / Max-Planck Institut für Kernphysik (MPIK)
Wann: Samstag, 2. November 2013, 9:15 - 10:00
Thema: Exploring the structure of nuclei by high-precision mass spectrometry

Abstract:
Numerous physics topics can be addressed by studying nuclei, ranging from their structural evolution to fundamental interactions and even questions related to astrophysics. Experimentally, complementary observables are available to ameliorate our understanding of the nucleus, its mass being the most fundamental property. Together with the known mass of the individual constituents of the nucleus, the mass delivers the binding energy, which in turn reflects all underlying interactions of the nucleons. In many cases, only precision measurements can give insight into structural effects throughout the nuclear chart from the lightest to the heaviest element. The ISOLTRAP Penning-trap mass spectrometer is such a versatile tool to investigate short-lived nuclei far from the valley of ß-stability, which are produced by the isotope separator ISOLDE at CERN. The time-of-flight detection technique is employed to determine the frequency of an ion stored in a Penning trap, from which the mass can be extracted. The system has studied nuclides with half-lives below 50ms and production yields of roughly 100 ions per second reaching relative uncertainties on the parts-per-billion level. In this contribution it will be discussed how recent results from Penning-trap mass spectrometry together with other observables lead to a comprehensive understanding of structural evolution. Furthermore, it will be illustrated how mass measurements impact nuclear astrophysics, and the role of nuclear models will be discussed.

Prof. Dr. phil. habil. Sabine Koch
SRH Heidelberg
Wann: Samstag, 2. November 2013, 10:00 - 10:45
Thema: Geschlecht und Verhalten: Wie wirkt Stereotype Threat? (Gender, Stereotype Threat, and Behaviour)

Abstract:
Stereotype Threat - die Bedrohung der eigenen Leistung durch ein vorherschendes gesellschaftliches Stereotyp - ist ein einflussreiches Phänomen, das Leistungseinbußen von stereotypisierten Gruppen erklären kann. Durch die Kenntnis des Phänomens und die Implementierung entsprechender Maßnahmen können wichtige Ursachen dieser Einbußen beseitigt werden. Dieser Vortrag wird dazu einige Möglichkeiten am Beispiel von Gender Stereotypen aufzeigen.
Stereotype Threat is an influential phenomenon that can explain performance declines of stereotyped groups. By knowledge of the phenomenon some of these effects can be avoided. The presentation will demonstate some possibilities to avoid negative consequences in the area of gender stereotypes.

Prof. Dr. Laura Covi
Institut für Theoretische Physik Universität Göttingen
Wann: Samstag, 2. November 2013, 14:00 - 14:45
Thema: Understanding the Invisible Universe

Abstract:
The interplay between particle physics and cosmology is a very useful play-ground to study and test models extending the Standard Model of particle physics. In this talk we will review this connection and in particular we will discuss the present status and the chances we have in the future to test different theoretical models containing very weakly interacting (i.e. invisible) particles in a cosmological context.

Hertha - Sponer - Preisträgerin
Dr. Kerstin Tackmann
DESY, Universität Hamburg
Wann: Sonntag, 3. November 2013, 10:00 - 10:45
Thema: Higgs physics at the Large Hadron Collider

Abstract:
Das Standardmodell der Teilchenphysik beschreibt sehr erfolgreich die Beobachtungen der Teilchenphysikexperimente der letzten Jahrzehnte. Es waere allerdings unvollständig ohne einen Mechanismus, der die elektroschwache Symmetrie bricht und eine Erklärung für die beobachteten Massen der Eichbosonen und Fermionen liefert. Diese Rolle spielt im Standardmodell der Higgsmechanismus, der auch die Existenz eines neuen skalaren Teilchens vorhersagt. Im Sommer 2012 wurde von den ATLAS- und CMS-Kollaborationen am Large Hadron Collider in Genf die Entdeckung eines neuen Teilchens in den Suchen nach dem Standardmodell-Higgsboson bekanntgegeben. Seitdem werden die Eigenschaften dieses neuen Teilchens im Detail untersucht. In diesem Vortrag werde ich einen Überblick über den Status dieser Studien, mit einem Schwerpunkt auf dem Zerfall in zwei Photonen, geben.

Dr. Bettina Langfeldt & Dr. Anina Mischau
Helmut Schmidt Universität Hamburg
Wann: Sonntag, 3. November 2013, 11:15 - 12:00
Thema: Geschlechterdisparitäten in Karriereverläufen von Physikerinnen und Physikern

Abstract:
Der Beitrag basiert auf Befunden des BMBF und ESF geförderten Forschungsprojekts *Geschlechterdisparitäten in Berufs- und Karriereverläufen von MathematikerInnen und PhysikerInnen innerhalb und außerhalb klassischer Beschäftigungsmodelle*. Im Rahmen des Projekts wurde - neben sekundäranalytischen Auswertungen und ExpertInneninterviews - eine breit angelegte quantitative Online-Befragung durchgeführt, an der insgesamt 5.174 in Fachgesellschaften und/oder Berufsverbänden organisierte MathematikerInnen und PhysikerInnen teilnahmen. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen zum einen etwaige Unterschiede zwischen Physikerinnen und Physikern hinsichtlich objektiver Indikatoren einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn, wie z.B. Stellensuchdauer nach dem Studium, beruflicher Status bei der ersten und der aktuellen Tätigkeit, Dauer von Qualifikationsphasen, Höhe des Einkommens, Anzahl der Erwerbsunterbrechungen etc. Zum anderen werden geschlechterbezogene Differenzen im Hinblick auf subjektive Indikatoren beruflichen Erfolgs wie die Einschätzung des eigenen Karriereverlaufs und die Zufriedenheit mit der aktuellen Tätigkeit beleuchtet. Ergänzend finden Analysen der beruflichen und privaten Rahmenbedingungen, möglicher Benachteiligungserfahrungen im Erwerbsverlauf, der Anwendung ausgewählter Karrierestrategien sowie der Bewertung möglicher Gründe für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen von Wissenschaft und Forschung unter Geschlechterperspektive statt.

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